Am Dienstag den 23. Juni 2026 durfte der Beirat Oberneuland Dr. Eva Högl, Senatorin für Inneres und Sport, bei uns begrüßen. Die Senatorin für Inneres und Sport
Der Abend war kein klassischer Vortrag, sondern ein offener Austausch über die Themen, die Oberneuland bewegen: Feuerwehr, Sportstätten, Sicherheit, Verkehrsüberwachung und die weitere Entwicklung unseres Stadtteils.
Mein persönlicher Eindruck war durchweg positiv. Frau Dr. Högl hat sich Zeit genommen, zugehört und die Diskussion offen geführt. Genau so stelle ich mir den Austausch zwischen Landespolitik und den Menschen vor Ort vor.
Nun kommt es darauf an, dass den Gesprächen auch konkrete Entscheidungen folgen.
Freiwillige Feuerwehr Oberneuland: Alle sind sich einig – wir brauchen eine neue Wache
Besonders beeindruckt hat mich, dass die Freiwillige Feuerwehr Oberneuland trotz ihres nächtlichen Großeinsatzes in der Bremer Innenstadt an der Sitzung teilgenommen hat. Der Einsatz dauerte zu Beginn der Sitzung sogar noch an. Leider wurde bei diesem Einsatz auch die Drohne der Feuerwehr beschädigt.
Allein das zeigt, mit welchem Engagement die Kameradinnen und Kameraden ihren Dienst leisten – weit über Oberneuland hinaus.
Für mich gibt es deshalb keine zwei Meinungen:
Oberneuland braucht eine neue Feuerwehrwache.
Und das war an diesem Abend einer der wenigen Punkte, bei denen völlige Einigkeit herrschte.
Auch Dr. Eva Högl machte deutlich, dass sie die Notwendigkeit einer neuen Wache sieht. Neu ist diese Erkenntnis allerdings nicht. Bereits unter ihrem Vorgänger Ulrich Mäurer wurde immer wieder über einen Neubau gesprochen. Damals war regelmäßig von einem Investitionsvolumen von rund zwei Millionen Euro die Rede.
Das eigentliche Problem ist also nicht die Frage ob eine neue Wache gebraucht wird, sondern wann sie finanziert werden kann.
Momentan steht Oberneuland auf der Prioritätenliste leider noch nicht ganz oben.
Dennoch gibt es einen wichtigen Vorteil: Für den Neubau steht bereits ein geeignetes Grundstück am Großen Tunnel neben der Tunneleinfahrt an der Franz-Schütte-Allee zur Verfügung. Dadurch besitzt das Projekt bereits heute eine hohe Planungsreife.
Mindestens genauso wichtig ist aus meiner Sicht aber die strategische Lage.
Die heutige Feuerwehr befindet sich bereits jetzt nicht mehr an einem optimalen Standort. Mit dem geplanten Wohnpark Oberneuland und weiteren Entwicklungen wird unser Stadtteil in den kommenden Jahren voraussichtlich um 20 bis 30 Prozent wachsen. Damit steigen selbstverständlich auch die Anforderungen an Brandschutz und Hilfeleistung.
Der Standort am Großen Tunnel würde die Ausrückzeiten in viele Bereiche Oberneulands deutlich verbessern und ist deshalb nicht nur baulich, sondern auch einsatztaktisch die sinnvollere Lösung.
Positiv fand ich deshalb die Ankündigung von Frau Dr. Högl, sich kurzfristig selbst ein Bild von den heutigen Räumlichkeiten zu machen. Nach den Schilderungen der Feuerwehr zeigte sie sich über den Zustand der Wache sichtlich betroffen.
Feuerwehr braucht mehr als nur ein Gebäude
Ein Punkt war mir in der Diskussion besonders wichtig:
Eine leistungsfähige Feuerwehr besteht nicht nur aus einem modernen Gebäude. Sie braucht auch die notwendige Ausrüstung, um schnell und sicher helfen zu können.
Deshalb hat der Beirat Oberneuland die Freiwillige Feuerwehr in den vergangenen Jahren immer wieder unterstützt – dort, wo Anschaffungen kurzfristig notwendig waren oder nicht aus dem Haushalt des Innenressorts finanziert werden konnten.
So konnten aus Beiratsmitteln unter anderem
- Schwimmwesten für Einsätze im und am Wasser sowie
- ein stationärer Druckluft-Kompressor für die Einsatzfahrzeuge
beschafft werden.
Warum ein Druckluft-Kompressor Leben retten kann
Die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr sind Lastkraftwagen mit einer druckluftbetriebenen Bremsanlage.
Nach dem Start des Motors muss zunächst ausreichend Luftdruck aufgebaut werden, bevor sich die Bremsen vollständig lösen und das Fahrzeug einsatzbereit ist.
Durch einen stationären Druckluft-Kompressor werden die Fahrzeuge während der Standzeit dauerhaft mit Druckluft versorgt. Dadurch steht das Bremssystem bereits unter Betriebsdruck und das Fahrzeug kann unmittelbar nach dem Motorstart ausrücken.
Im Einsatz können diese Minuten entscheidend sein.

Hinzu kommen immer wieder Spenden aus der Oberneulander Bevölkerung, die zeigen, wie eng die Feuerwehr mit unserem Stadtteil verbunden ist und welche Wertschätzung die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden genießen.
Gerade dieses Zusammenspiel aus Ehrenamt, kommunaler Unterstützung und bürgerschaftlichem Engagement macht Oberneuland aus. Darauf können wir als Stadtteil durchaus stolz sein.
Besonders bewegt hat mich auch die Situation der Jugendfeuerwehr.
Der Nachwuchs ist vorhanden – doch die räumlichen Möglichkeiten reichen längst nicht mehr aus. Teilweise können keine weiteren Kinder aufgenommen werden, weil es an Platz, Schränken und einem eigenen Jugendbereich fehlt.
Dabei übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Oberneuland Aufgaben weit über unseren Stadtteil hinaus. Unter anderem betreibt sie einen von nur zwei Mobildeichen in Bremen und ist damit ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes der gesamten Stadt.
Ich hoffe sehr, dass dem angekündigten Besuch der Senatorin nun auch konkrete Schritte folgen.
Sport: Gute Perspektiven für eine gemeinsame Sportanlage
Ein zweiter großer Themenkomplex war der Sport.
Hier gibt es erfreulicherweise bereits erste positive Entwicklungen.
Noch vor der Beiratssitzung konnte ein gemeinsamer Gesprächstermin mit dem Bremer Hockey-Club (BHC) vereinbart werden. Im Mittelpunkt steht die Idee einer gemeinsamen Sportanlage für den Bremer Hockey-Club, den FC Oberneuland und den Turnverein Oberneuland.
Die Voraussetzungen sind grundsätzlich gut:
Der Bedarf ist vorhanden und geeignete Flächen stehen ebenfalls zur Verfügung.
Wer einmal gesehen hat, wie intensiv insbesondere der Breitensport beim BHC genutzt wird, weiß, wie dringend zusätzliche Kapazitäten benötigt werden. Gerade freitags ist die Anlage nahezu durchgehend mit Kinder- und Jugendsport belegt – ein beeindruckendes Bild.
Erfreulich ist außerdem, dass für Sportstätten grundsätzlich Fördermöglichkeiten im Ressort der Senatorin bestehen. Das bedeutet selbstverständlich noch keine Bauzusage.
Aber dass bereits vor der Sitzung Gespräche vereinbart wurden, werte ich als positives Signal.
Sicherheit und weitere Themen
Neben Feuerwehr und Sport ging es selbstverständlich auch um Fragen der öffentlichen Sicherheit, der Verkehrsüberwachung sowie weitere Themen, die Oberneuland beschäftigen.
Gerade diese offenen Diskussionen machen deutlich, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Politik, Verwaltung und den Menschen vor Ort ist.
Mein Fazit
Ich habe den Abend als konstruktiv und offen erlebt.
Frau Dr. Eva Högl hat aufmerksam zugehört und deutlich gemacht, dass sie die Herausforderungen in Oberneuland ernst nimmt.
Besonders gefreut hat mich, dass beim Thema Feuerwehr niemand mehr über die Frage diskutiert, ob wir eine neue Wache brauchen.
Jetzt muss es darum gehen, wann sie kommt.
Genauso freue ich mich über die Bewegung beim Thema Sportstätten, denn auch hier besteht seit Jahren Handlungsbedarf.
Am Ende werden wir Politik aber nicht an guten Gesprächen messen.
Sondern an den Ergebnissen.
Ich freue mich auf die nächsten Gespräche – und noch mehr darauf, wenn aus den Ankündigungen konkrete Projekte für Oberneuland werden.
