Vor einigen Jahren habe ich hier auf dem Blog über Verkehrsinfrastruktur gesprochen mit dem Gedanken, dass Menschen sich im öffentlichen Raum wohl und sicher fühlen wollen. Dass gute Infrastruktur nicht nur „nice to have“ ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung — und genau das wird jetzt ein Stück greifbar.
Ab dem 18. Februar gilt die Oberneulander Landstraße vollständig als Tempo-30-Strecke. Das wurde von der Senatorin für Mobilität, Bau und Verkehr, Özlem Ünsal, offiziell bekanntgegeben und entspricht dem, was viele von uns in Oberneuland seit Jahren fordern: mehr Sicherheit, vor allem für unsere Kinder, aber auch für alle, die täglich unterwegs sind — ob zu Fuß, mit dem Rad, im Bus oder im Auto.
Tempo 30 allein ist kein Allheilmittel. Und das sage ich bewusst so klar: Es ist kein Ersatz für eine echte Straßensanierung. Aber ich sehe darin dennoch einen Meilenstein — nicht nur objektiv, sondern auch symbolisch.
Warum? Weil es zeigt, dass Beharrlichkeit wirkt.
Ich habe seit Beginn meines Engagements im Beirat Oberneuland und später mit der Initiative „Sichere Oberneulander Landstraße“ erlebt, wie oft Anfragen, Bitten, Anträge und Gespräche im Sande verlaufen sind. Dass Politikerinnen und Politiker uns zuhören, ist wichtig. Dass am Ende aber wirklich gehandelt wird, ist entscheidend — und das ist in diesem Fall jetzt passiert.
Dabei war es nicht ein Einzelner, der das erreicht hat: Die Entscheidung ist das Ergebnis eines langen Prozesses, an dem viele beteiligt waren – engagierte Nachbarn, Eltern, Menschen, die täglich hier entlang gehen oder fahren, und natürlich Mitglieder des Beirats. Auch Anfragen aus der Bürgerschaft, etwa von der FDP-Fraktion, und zahllose Gespräche mit Verwaltungsstellen haben dazu beigetragen. Unser Ortsamtsleiter hat dutzende Telefonate geführt, um den Prozess überhaupt wieder in Gang zu bringen.Und jetzt ist es da: Tempo 30.
Doch wenn es eines zeigen sollte, dann dass Tempo 30 nur ein Anfang ist. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit macht die Landstraße sicherer – und das ist wichtig und richtig. Aber sie ändert nicht den Zustand der Straße selbst. Sie macht nicht aus einer Straße mit marodem Belag, fehlenden Radwegen und ungesicherten Übergängen eine gute, zeitgemäße Infrastruktur.
Darum bleibt es mein Ziel — und unser aller Ziel — weiter daran zu arbeiten, dass Oberneuland nicht nur Verkehrsberuhigung bekommt, sondern nachhaltig sichere, zukunftsfähige Wege für alle Verkehrsteilnehmer. Das betrifft Kinder auf dem Schulweg, Eltern mit Kinderwagen, Pendler, Busse, Radfahrer, Senioren und alle, die hier leben und unterwegs sind. Tempo 30 ist ein wichtiges Signal — aber es ist kein Schlussstrich.
Es ist ein Startpunkt auf dem Weg zu einer lebenswerteren Infrastruktur für Oberneuland.
Ich begrüße die nun umgesetzte Tempo-30-Regelung auf der Oberneulander Landstraße – sie war seit dem vergangenen Jahr angekündigt und ist ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit, insbesondere für unsere Kinder. Im Beirat haben wir lange und vor allem überparteilich dafür gearbeitet, und auch unsere Initiative „Sichere Oberneulander Landstraße“ ist aus diesem Engagement entstanden. Gleichzeitig bleibt Tempo 30 für mich eine flickende Maßnahme, die die grundlegenden baulichen Probleme der Straße nicht löst. Es ist ein Anfang – aber noch nicht die nachhaltige Lösung, für die ich mich weiter einsetzen werde.

